Bericht 1979
Pünktlich wie jedes Jahr hat heuer auch wieder am 11.11. um elf Uhr elf die Fasnacht begonnen. Aus diesem Anlas besuchten wir die älteste Guggenmusik auf dem Platz Winterthur, die „Eulalia“.
(rc) Es ist schwierig den Stand der Vorbereitungen einer Guggenmusik zu beurteilen: Tönt es bei einem Orchester ab und zu falsch muss noch fleissig geübt werden. Bei der Guggenmusik jedoch sind einige Leute speziell dafür zuständig, um Misstöne zu erzeugen, die Bewertung ist für einen Laien gar nicht so einfach. Wir fragten deshalb den Präsidenten, Jürg Surber, und verliessen und darauf, dass er uns ehrlich Antwort gab.
Der Countdown läuft
Man ist bei der Eulalia schon daran, für die zehn Tage im Februar die entsprechenden Stücke einzuüben, der Countdown läuft. Für das Repertoire wäre allerdings der Zuzug von zwei Saxophonisten vonnöten, sonst jedoch läuft alles, wie es bereits in den vergangenen 17 Jahren lief kein Grund also zur Aufregung bei dieser ersten Guggenmusik auf dem Platz Winterthur, man hat’s noch immer hingekriegt!
Ein Idealistenverein
Ob er uns einiges über Sinn und Zweck der Eulalia erzählen könne, fragten wir Jürg Surber. Die Eulalia sei ein Idealistenverein. Jeder kaufe sein Instrument selber. „Was wir an Geld einnehmen, geben wir im Sommer für eine Reise mit den Ehefrauen / Freundinnen wieder aus“. Wer denn hier alles mittue, wollten wir weiter wissen. „Wir haben, was Sie wollen, der das ist Doktor phil., jener ist Polizist, unsere zwanzig Leute sind wirklich aus allen Berufen“. Nicht nur die verschiedensten Berufe sind in der Eulalia vertreten, auch prominente Leute machen mit: Urs Berger, Captain bei Yellow, bläst mit Urs Hersche vom Neustadthuus zusammen die Tuba. (Urs Hersche ist auch das älteste Aktivmitglied: Er bestreitet heuer die zwölfte Saison.)
Gruppenfoto 1979
Wie gesagt, die Eulalia ist die älteste Guggenmusik. Ursprünglich seien vor allem Dekorateure in der Eulalia gewesen. Inzwischen habe das geändert. Geblieben ist jedoch die Tradition, den Hut besonders sorgfältig zu dekorieren, jedes Jahr nach einem anderen Motto. Das ganze Kostüm werde in Heimarbeit hergestellt und selber bezahlt. Ebenfalls in der Tradition verwurzelt ist die Eulalia mit ihrem Repertoire. „Wir wollen nicht zu sehr auf Pop machen, wir pflegen die ursprünglichen Guggenmusikstücke“, erklärte uns Jürg Surber.